Was sollte man bei einem Drohnenflug in den Bergen beachten?

Am Freitag haben wir unsere Sachen gepackt und sind ins schöne Schwangau zum Wandern gefahren. Da der Wetterbericht hervorragendes Wetter vorhergesagt hat, haben wir unsere DJI Phantom 3 natürlich mitgenommen.

Doch man sollte nicht ganz unvorbereitet zur Sache gehen, wenn man das Bergpanorama aus atemberaubender Perspektive filmen möchte. Zunächst sollte man sich darüber informieren, ob in der Region – beziehungsweise auf dem Berg – irgendwelche Flugsportarten (Paragliding, Drachenfliegen etc.) praktiziert werden. Wie ärgerlich wäre es, wenn einem der Gondelwart die Mitnahme der Drohne kurz vor dem Ziel verbietet!

Ein weiterer Punkt, den viele nicht im Hinterkopf haben, ist der sinkende Luftdruck bei steigender Höhe. Da auf 2000 Meter Höhe der Luftdruck nur noch 75% vom Normaldruck (1bar) beträgt, ist die Luft entsprechend dünner.



Inwiefern betrifft das deinen Drohnenflug?

Ganz einfach formuliert – deine Drohne fliegt nach oben, weil sie Luft nach unten verdrängt. Am Boden, wo der Luftdruck am höchsten ist, ist die Luft daher am dichtesten. Die Angaben zur Akkulaufzeit der Hersteller beziehen sich daher auf den Normaldruck am Boden bei einem Bar

Fliegt man nun auf einem Berg in 2000 Meter Höhe, müssen die Propeller, um die gleiche Leistung wie am Boden zu erbringen, natürlich eine höhere Drehzahl haben, weil die Luft dünner ist.
Der Akku entleert sich deutlich schneller, zudem ist eine dauerhaft erhöhte Drehzahl der Propeller nicht unbedingt gut für die Lebensdauer. Für längeren Flugspaß bieten sich Ersatzakkus an.

Worauf solltest du unbedingt achten?

Um einen „Fly Away“ – also das unkontrollierbare Wegfliegen deiner Drohne – zu vermeiden, muss der Kompass vor dem Start kalibriert sein und in deiner App Safe to fly durch einen sicheren GPS Empfang gewährleistet werden.

In den meisten Fällen sind die Piloten einfach zu Ungeduldig und handeln fahrlässig. Denn ein „Fly Away“ beruht selten auf technischem Versagen. Durch zu schnelles Abheben, ohne vorherige Festlegung des Home-Points, fliegt die Drohne beim Einleiten des Failsafe Modus einfach zu irgendeinem anderen Punkt.

Zudem solltest du nie in der Nähe von Sendemasten fliegen. Diese können das Signal zwischen Fernsteuerung und Drohne so stören, dass du die Kontrolle verlierst.
Dabei sind die Probleme aber nicht frequenzbasiert, sondern beruhen auf den elektromagnetischen Felder der Sendemasten. Dadurch kann der Kompass beeinflusst werden.

Falls es trotz aller Vorsicht zu einem Absturz in großer Ferne kommen sollte und du die Drohne auch nach einer langen Suchaktion nicht wiederfindest, ist es natürlich von Vorteil, wenn du im Voraus einen Aufkleber mit Namen, Adresse und Telefonnummer anbringst. So weiß der Finder, bei wem er sich melden muss.

Wir empfehlen jedoch den Kauf eines GPS-Trackers. Damit ist das schnelle Wiederfinden garantiert und der Schaden nicht all zu groß und dem Drohnenflug in den Bergen steht nichts mehr im Wege.


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