DJI Phantom 4 vs. Yuneec Typhoon H

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Anfang des Jahres wurden zwei neue Drohnen vorgestellt. Die zwei Spitzenmodelle der Hersteller DJI und Yuneec sind sehr vielversprechend und könnten die Welt der Drohnen verändern.
Doch kann die Newcomer-Drohne von Yuneec dem bekanntesten Hersteller DJI, mit der Phantom 4, das Wasser reichen? Einige YouTuber und Blogger glauben bereits jetzt, dass die Überlegenheit von DJI ein nahes Ende haben könnte, und feiern die Typhoon H als das technisch bessere Fluggerät.
Aber basieren diese Vorurteile auch auf Fakten?

Yin und Yang. Schwarz und Weiß

Wenn es um das Design geht bleibt sich DJI treu. Signifikante Unterschiede zum Vorgängermodell, DJI Phantom 3, werden deutlich, wenn man sich die klare und glatte Oberfläche und den integrierten Gimbal anschaut. Vier stärkere Motoren, ein größerer Akku und Elemente aus einer leichten Magnesiumlegierung runden das Profil ab. Doch im Vergleich zur Yuneec Typhoon H sieht die DJI Drohne wie ein Spielzeug aus.




Die Yuneec Typhoon H überzeugt als Hexacopter mit sechs Propellern und aggressives Design. Das einfahrbare Ladegestell ist ein echter Hingucker, zumal die 4k Kamera so um 360° schwenkbar ist. Allem in allem macht die Typhoon H einen sehr professionellen und hochwertigen Eindruck auf uns.

Sicherheit

Beide Drohnen weisen einige Sicherheitsfeatures auf, da beide Hersteller mit der Luftfahrtbehörde zusammenarbeiten.  Während der Fokus bei DJI mehr auf dem sicheren Handling der Drohne liegt, hat sich Yuneec auf die allgemeine Luftsicherheit spezialisiert und sammelt somit Pluspunkte bei der FAA (US-Bundesluftfahrtbehörde).

Beide Hersteller setzen auf ein intelligentes Anti-Kollisions-System. Zwar sind beide Features in der gleichen Kategorie gelistet, funktionieren jedoch völlig unterschiedlich und sind für unterschiedliche Situationen ausgelegt. Sowohl das System von DJI als auch das von Yuneec sind ausschließlich auf die Vorwärtsbewegung ausgerichtet. DJI’s „Obstacle-Avoidance-System (OAS)“ funktioniert mittels zwei Kameras im Landegestell, welche ein 3D Modell der Umgebung erstellen und somit jedes Objekt innerhalb von 15 Metern erkennen. Bei drohender Kollision bleibt also genügend Zeit um die Drohne auch bei hoher Geschwindigkeit abzubremsen. Ein großer Nachteil des Systems: es funktioniert nur bei Tageslicht und ist bei Nacht somit unbrauchbar.

3D landschaft

Yuneec bietet eine andere Funktionsweise des Systems an. Anstatt mit normalen Kameras, arbeitet Yuneec mit Ultraschall-Näherungssensoren. Der große Vorteil daran ist, dass diese sowohl am Tag als auch in der Nacht funktionieren. Jedoch erkennt dieses System nur sehr große, und nahe Objekte innerhalb von 1,5 Metern. Nun kann man erahnen, was passiert, wenn man mit normalem Tempo (20 km/h) auf eine Wand zu fliegt.  Doch wofür ist das System dann geeignet?

Vor allem bei Indoor-Flügen ist das Yuneec Anti-Kollisions-System von Bedeutung. Da es auf engem Raum ohnehin schwer ist, kontrolliert zu fliegen, sorgt das System hier für Sicherheit. Draußen hilft es jedoch kaum.

Aber keine Sorge, Yuneec hat noch mehr zu bieten. Sobald Intel das RealSense-System auf den Markt bringt (Sommer 2016), kann die Typhoon H damit aufgerüstet werden und wäre somit die erste Drohne mit einem vollfunktionsfähigen 360° Anti-Kollisions-System.

Phantom 4

DJI hat im Vergleich zum Vorgänger zwei Kompasse und zwei Trägheitsnavigationssysteme (IMU’s) verbaut. Im Falle eines Systemfehlers wie zum Beispiel einem „Fly Away“ oder Kompassfehler sorgen die integrierten Redundanzen für eine massive Verbesserung der Verlässlichkeit. Zusätzlich ist das sogenannte „Vision Positioning System“ vorhanden. Das ermöglicht ein völlig ruhiges schweben in Bodennähe und sicheres Fliegen in Räumen.

Auch wenn Yuneec mit der Typhoon H diese Features nicht anbietet hat sie noch ein Ass im Ärmel.
Die sechs Propeller sehen nicht nur futuristisch aus, sondern ermöglichen dem Pilot, bei einem Propellerausfall (durch Abbrechen, Abfallen oder Einfrieren eines Propellers), das Fluggerät sicher zu landen. Die Phantom 4 würde bei einem Ausfall abstürzen.

6 propeller

Ein häufiges Problem ist das Überschreiten der maximalen Reichweite und dem damit einhergehenden Funkverlust. Doch weder DJI noch Yuneec Fans müssen sich Sorgen machen. Beide Hersteller setzen auf eine „Return-to-home“ Funktion. Die Drohnen automatisch zum „Home-Point“ zurück. Auch beim Vollautonomen Flug ist das „Obstacle Avoidance System“ bei DJI aktiv.
Zwar ist das bei Yuneec auch möglich, jedoch fliegt die Typhoon H nur sehr langsam zurück. Bei geringem Akkustand wäre das fatal.

Zusammenfassung Sicherheit:

Die Phantom 4 hat in Punkto Sicherheit klar die Nase vorn. Viele sinnvolle Neuerungen erhöhen die Verlässlichkeit immens. Für viele Fans ist die Reichweite der Typhoon H zudem enttäuschend. Mit einer maximalen Flughöhe von 122m und die Flugweite von max. 1,6km liegen diese Werte stark hinter dem aktuellen Stand der Technik. Zwar sprechen diese Einschränkungen klar für die Flugsicherheit (Gesetz: Sichtkontakt zur Drohne muss in jeder Situation vorhanden sein), für Piloten sind diese jedoch eher kein Kaufargument.

Fernsteuerung

Auf der Fernbedienung der Yuneec ist nun ein 7 Zoll Monitor.

Yuneec Typhoon H Remote Controller RC

Für die DJI Phantom 4 spricht, die maximale Reichweite von 3 Kilometern. Die Yuneec Typhoon kann maximal 1,6 Kilometer weit fliegen. Für die Yuneec hingegen spricht, dass man eine zweite Fernbedienung anschließen kann. Dieses Feature könnte gerade für kommerzielle Piloten interessant sein: Pilot A steuert die Drohne, während Pilot B die Kamera steuert.

DJI Phantom 4 Remote Controller RC

Kamera

Beide Drohnen filmen in 4K, mit 30 fps und FullHD. Während die Kamera der Phantom 4 unbeweglich ist, kann man die Yuneec Kamera um 360 Grad drehen. Dafür hat die Phantom 4 das schon in unserem „Intelligente Flugmodi“ vorgestellte Feature Course Lock. Die Yuneec Drohne kommt mit einem Super Weitwinkel (14 mm) während das Bild der DJI 20mm Brennweite hat.

kamerakamera yuneec

Bildquellen: dji.com und yuneec.com

Fazit

Die Phantom 4 von DJI überzeugt vor allem mit den vielen sinnvollen und nützlichen Neuerungen zum Vorgänger. Das „Obstacle Avoidance System“ – nur eine der vielen neuen Features – vereinfacht das Fliegen nicht nur sondern macht es auch viel sicherer. Auch die Kapazität des Akkus wurde vergrößert, sodass dieser knapp 30 Minuten Flugspaß garantiert. Die Motoren sind stärker und ermöglichen im Sportmodus Geschwindigkeiten von bis zu 72km/h.
Zwar bemüht sich Yuneec, mit Ihrem Modell Typhoon H, der Phantom 4 das Wasser zu reichen, jedoch hat man nicht das Gefühl, dass es Ihnen nicht gelingt. Ein paar Features sind zwar gut gemeint, sind in der Praxis aber eher sinnfrei, wie zum Beispiel Yuneec’s Hinderniserkennungssystem.
Dieses erkennt nur große und nahe Objekte innerhalb von 1,5m.  Auch das einfahrbare Landesgestell ist gut gemeint, jedoch ist die Kamera im Falle von Notlandung vollkommen ungeschützt und würde einfach zerschellen. Auch in Sachen Reichweite schränkt sich Yuneec sehr ein. Im Vergleich zur Phantom 4 (3 km Reichweite), fliegt die Typhoon H gerade einmal halb so weit (1,5km). Auch die maximale Flughöhe ist bei Yuneec auf 122m beschränkt, bei DJI ist das Limit bei knapp 500m.
Einen großen Vorteil hat die Typhoon H jedoch gegenüber der Phantom 4. Mit 6 Propellern kann sie auch bei Propellerausfällen ohne Probleme landen. Bei den Kameras gibt es kaum Unterschiede.

Wer eine günstigere Alternative zum Marktführer DJI sucht, ist mit der Typhoon H von Yuneec trotzdem gut beraten. Jedoch ist man mit der Phantom 4 und dem gut funktionierenden Hinderniserkennungssystem auf der sicheren Seite.

Hier gelangt ihr zu einem kompletten Beitrag über die Yuneec Typhoon H


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